Sie sind überall, diese Schweine. In der Sprache, in der Symbolik und auf dem Teller. Aber das Image ist nicht besonders gut. Viele halten sie für dreckig, laut und dumm. Im Rottal wohnen rund ein Fünftel aller Luzerner Schweine. Zeit, den Borstentieren ein bisschen Wertschätzung entgegenzubringen.
Bei den alten Germanen wurden die Schweine verehrt. Die germanischen Götter wurden von Schweinen begleitet: Freyja, Göttin der Ehe und der Liebe oft von der Bache Hildisvini «heiliges Schwein», ihr Ehemann Freyr vom Keiler Gullinbursti «goldene Borste». Zur Wintersonnenwende (20. oder 21. Dezember) wurden Schweine geopfert, um die Götter gnädig zu stimmen. Vielleicht lebt dieser Brauch im neujährlichen Marzipanschwein weiter?
Auch wenn der Ruf des Schweines im Westen gelitten hat, so hat das Schwein im fernöstlichen Kulturkreis ein sehr gutes Image. Die hohe Wertschätzung für das Schwein zeigt sich unter anderem im chinesischen Tierkreiszeichen des Schweines. Dem chinesischen Horoskop nach bringt das Jahr des Schweins Glück, Reichtum und Zufriedenheit. Wer in einem solchen Jahr geboren wird, soll friedfertig, verständnisvoll und ehrlich sein. Nicht ganz auszuschliessen sind aber ein Hang zu Leichtsinn und Masslosigkeit. Menschen, die in den folgenden Jahren geboren wurden, sind gemäss chinesischem Horoskop Schweine: 1923, 1935, 1947, 1959, 1971, 1983, 1995, 2007 und 2019. Erst im 2031 gibt es wieder ein Jahr des Schweins.
Das Wildschwein wurde vor ungefähr 8 000 Jahren zur Sau gemacht. Die frühen Bauern haben wohl den ein oder anderen Wildschwein-Frischling gefangen, eingesperrt und gezähmt. Schon bald hat sich gezeigt, dass Schweine perfekte Haustiere sind. Sie sind anpassungsfähig, verwerten Resten und sind ein Vorrat auf vier Beinen. Auch wenn unsere modernen Hausschweine nicht mehr wie Wildschweine aussehen, zeigen sie im Verhalten doch noch viel «Wildschweinisches».