Die Antenne ist immer ausgefahren. Elritschi ist immer auf Empfang für gute Geschichten. Er findet sie in Polizeiberichten, auf Reisen, in seinem Wohndorf Buttisholz oder in der Regionalzeitung. Am 30. Januar tritt Elritschi in Buttisholz in der «alten Landi» auf. Er mag es, in kleinen Räumen vor einem überschaubaren Publikum aufzutreten. Viel braucht er nicht für seinen Auftritt: einen Holzstuhl und eine Gitarre. Am liebsten tritt er ohne Mikrofon auf. Die Besuchenden erwartet «eine Art Stubete». Seine Auftritte plant er nur rudimentär. In Buttisholz wird er mit zwei, drei Geschichten starten und Lieder von seinem neuen Tonträger singen. Vielleicht. Vielleicht auch ein paar andere. Er improvisiert gerne. Je nachdem, wie das Publikum auf einzelne Erzählungen reagiert, passt der Liedermacher sein Programm an. «Ich lasse mich gerne vom Abend leiten und liebe die Interaktion mit dem Publikum.»
Sein wohl übersichtlichster Auftritt war in Kiel. Acht Personen waren da. Dennoch: Am nächsten Tag gab es eine Lobeshymne auf «den kleinen Schweizer» in der Kieler Lokalpresse. Bald 1 000 Auftritte hat der Künstler hinter sich. Er steht nicht nur als Elritschi auf der Bühne. Mit der Band «Jolly and the Flytrap» tritt er ebenfalls regelmässig auf. Ist er vor einem Auftritt nervös? «Nein. Ich kann das und ich freue mich. Aber ich bin schon angespannt und fokussiert». Seine Auftritte finden in den unterschiedlichsten Rahmen statt. Mal singt er an einer Firmung, auf einer SAC-Hütte, an einem Geburtstag oder er moderiert einen Firmenanlass. «Ich brauch ja keine Anlage. Mich kann man überall einsetzen». Er liebt es aufzutreten und dabei immer wieder neue Leute, neue Themen und neue Gegenden kennenzulernen.
Um das Jahr 2000 wurde das Soloprojekt «Elritschi» wichtiger als die Band. Die Band singt englisch, Elritschi in Mundart. «Der Engelberger Dialekt ist natürlich sehr dankbar», sagt der Künstler. Ein Teil seines Herzens wird immer für Engelberg schlagen. Ein anderer Teil ist aber seit 20 Jahren im Rottal zuhause. Genauer gesagt in Buttisholz, wo er wohnt und wo seine Töchter aufgewachsen sind. «Im Rottal durfte ich erkennen, dass es Sonnenuntergänge gibt. In Engelberg habe ich das nicht gekannt.» Zu viel Berg rundherum. Früher hatten alle Lieder einen Bezug zu Engelberg. «Heute ziehe ich viele Lieder aus der Gegend. Auch auf dem neuen Tonträger. Ich sage es jedem, der es hören will: Ich komme aus Buttisholz.» Es sei halt schön da. Er liebe das Ländliche, das Offene.