Im Rottal gibt es zwei Vereinigungen, die solidarische Landwirtschaft betreiben. «Querbeet» ist im Raum Grosswangen zuhause, «Keimlifeiss» in Ruswil. Wie der Name sagt, beruht das ganze System auf Solidarität. Man kauft nicht direkt Gemüse, sondern Ernte-Anteile. Damit hat man das Recht, mitzubestimmen, welches Gemüse wie produziert wird. Jede Woche wird die Ernte unter den Mitgliedern verteilt. Das bedeutet, dass man als Mitglied regionales und saisonales Gemüse erhält. Wenn das Wetter ideal ist, ist auch die Ernte und damit der Ernte-Anteil üppig. Verhindert die Witterung gutes Wachstum, müssen die Mitglieder die Missernten mittragen. In der solidarischen Landwirtschaft gehört auch dazu, dass die Mitglieder gelegentlich mitarbeiten. Während der Coronazeit hatten Querbeet und Keimlifeiss guten Zulauf. Dass die Leute weniger im Home-Office sind und eher wieder auswärts essen, merken die beiden Gemüsekooperativen - die Mitgliederzahl ist rückläufig. Sie wollen deshalb das Prinzip der solidarischen Landwirtschaft an die Öffentlichkeit tragen und öffnen ihre Gärten im Mai für die breite Bevölkerung.