Manchmal hat er sich für seinen mickrigen Mais geschämt. Das erzählt der Ruswiler Landwirt Othmar Stirnimann, während er auf das sumpfige Wasser eines kleinen Weihers blickt. Unter seinen Füssen gluckst die Erde. Wo heute drei kleine Weiher dümpeln, wuchsen bis vor einem Jahr noch Maispflanzen. Die Bewirtschaftung des nassen und sumpfigen Landstückes war eine Herausforderung, die Ernte blieb in der Regel unter der Erwartung. Nicht umsonst heisst das Gebiet «Mösli». Es liegt direkt vor den beiden Waldhütten, wenn man am Ruswiler Berg vom Strick Richtung Etzenerlen fährt.
Familie Stirnimann, welche den Betrieb «Sal» bewirtschaftet, entschied sich, dieses Land aus der Fruchtfolge zu nehmen und eine Blumenwiese anzusäen. Das Landwirtschaftsamt des Kanton Luzern Lawa fand die Idee zuerst nicht gut, da Blumenwiesen-Ansaaten auf nassen Böden und schattigen Standorten oft schlecht gelingen. Stattdessen verwies man Stirnimann an René Hardegger, den Naturschutzbeauftragten der Gemeinde Ruswil. Als dieser das «Mösli» besuchte, sah er gleich das Potenzial für Weiher. Landwirt Stirnimann gefiel die Idee.
Zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges wurde diese Parzelle «Mösli» urbar gemacht. In strenger Handarbeit wurden Tannen gerodet, Wurzelstöcke entfernt und das Land mit Drainagen entwässert. Bei der Realisierung des Weiher-Projektes erinnerte sich die grosse Verwandtschaft an diese strenge Zeit.
René Hardegger fand im Lotteriefonds des Kanton Luzerns den Geldgeber für den Weiherbau. Den Plan für die Weiher haben Hardegger und Familie Stirnimann zusammen ausgearbeitet, September 2025 wurden die Weiher realisiert. Nach der letzten Maisernte im Jahr zuvor legte Othmar Stirnimann auf dem Areal bereits eine Hecke an. Zwar stehen die neuen Weiher nicht unter Naturschutz, es besteht aber eine Vereinbarung mit dem Lawa, über den Erhalt der Teiche.