Priester Beat Kaufmann eröffnete den Festgottesdienst um 10 Uhr im Freien mit einem Augenzwinkern: Eine Wallfahrt fordere einen immer etwas – «auch wenn es schon kälter und feuchter war als in diesem Jahr». Wichtiger als das Wetter sei jedoch der innere Weg. Eine Wallfahrt solle einen Impuls geben «für das eigene Leben und die Beziehung zu Gott». Für eine besondere Stimmung sorgte die Bläsergruppe der Feldmusik Grosswangen. Ihre Musik trug über die Wiese und gab dem Gottesdienst einen schlichten, aber eindrücklichen Rahmen.
In seiner Predigt erinnerte Beat Kaufmann an die Wurzeln des heiligen Antonius. Das Säuli, heute sein bekanntes Erkennungszeichen, gehe auf eine alte Klostertradition zurück: Eine Sau wurde geschlachtet und das Fleisch an Bedürftige verteilt. Antonius selbst verschenkte später sein gesamtes Vermögen und zog sich als Einsiedler zurück – getragen vom Wunsch, das Evangelium, also die «Gute Nachricht» von Jesus Christus, an die gesamte Schöpfung weiterzugeben.
Beat Kaufmann spannte den Bogen von der Schöpfung zur Gegenwart und zitierte den Arzt und Theologen Albert Schweitzer. Dessen Appell «Ehrfurcht vor dem Leben» bedeute, jedes Lebewesen ernst zu nehmen und zu schützen. Dieser Gedanke sei bis heute aktuell, sagte Kaufmann.
Er sprach das Leid von Tieren in Kriegsgebieten an, aber auch Herausforderungen wie überzüchtete Haustiere, die unter den Folgen menschlicher Wünsche leiden. Gleichzeitig würdigte er die Arbeit der Landwirtinnen und Landwirte, «die am Puls der Schöpfung arbeiten» und täglich Verantwortung für Tiere, Böden und Natur tragen. Für viele von ihnen könne der Antoniustag ein Moment sein, kurz innezuhalten und sich der eigenen Rolle im Umgang mit dem Leben bewusst zu werden.