Die Sirup-Manufaktur liegt unscheinbar und etwas versteckt auf dem schönen Hof Oberzinggen in Hellbühl. Im Produktionsraum stehen grosse verchromte Kessel, stapelweise Zuckersäcke und viele Harassen mit bunten Sirupflaschen. Es ist das Reich von Michael Brunner. Hier braut der 31-jährige Geschäftsführer der Haltbarmacherei täglich frische Sirupe. Dazu erhitzt er den jeweiligen Beerensaft, gibt Zitronensaft und Zucker bei und lässt den Sud bei rund 80 Grad zwei bis drei Stunden köcheln. Im grossen Kessel haben rund 120 Liter Platz.
Mit einem Reflektometer misst Brunner den Zuckergehalt und prüft stetig Geschmack und Konsistenz der eingedickten Flüssigkeit. «Es steckt viel mehr dahinter als einfach etwas im Topf zu rühren», erklärt der gelernte Koch. Bei der Sirup-Herstellung geht es um Rezepturen, die richtigen Mengen, aber auch das Einhalten von Hygieneanforderungen. Beim Abfüllen fliesst der Sirup durch den Pasteur in die sterilisierten Flaschen. Jede muss Brunner einzeln in die Hand nehmen. Später erhält jede Flasche in der Etikettiermaschine das verkaufsfertige Aussehen.
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19 verschiedene Sirupsorten und 11 Konfitüren führt die Haltbarmacherei im Angebot. Ein Grossteil der verarbeiteten Beeren gedeihen auf dem Biohof Oberzinggen selber. Etwa Brombeeren, Himbeeren, Erdbeeren und – die bei uns noch wenig bekannten Haskap-Beeren. Auf diese ist Thomas Joss, Landwirt und Inhaber der Sirup-Firma, besonders stolz. Er baut sie seit einigen Jahren auf einem vier Hektaren grossen Feld an und erntet jährlich rund 15 Tonnen der intensiv-blauen Beere.