Es ist immer ein Spektakel, wenn in luftiger Höhe gearbeitet wird. So auch am Freitagmorgen im Gebiet Brüggere in Buttisholz. Mitarbeitende der Firma Arnold Infra Services waren im Auftrag der Swissgrid unterwegs. Wie die nationale Netzgesellschaft mitteilte, hat die bestehende 220-Kilovolt-Leitung zwischen den Unterwerken Bickigen (Gemeinde Wynigen, Bern) und Mettlen (Gemeinde Eschenbach, Luzern) das Ende ihrer Lebensdauer erreicht. Swissgrid erneuert die Leitung, um den Bestand dieser wichtigen Transportachse im Schweizer Übertragungsnetz zu sichern und die Regionen Bern und Luzern auch langfristig zuverlässig mit Strom versorgen zu können.
Die 53 Kilometer lange Leitung ist die älteste Leitung im Schweizer Übertragungsnetz. Sie wurde 1928 als 132-kV-Leitung gebaut und im Jahr 1951 für den Betrieb mit 220 Kilovolt ertüchtigt. Nun muss die Leitung erneuert werden. Dies zeigt eine umfangreiche Zustandsermittlung, bei welcher alle 178 Strommasten und ihre Betonfundamente, Isolatoren und Leiterseile analysiert und dokumentiert wurden.
Die Swissgrid, die in der Schweiz ein 6700 Kilometer langes Höchstspannungsnetz betreibt, erneuert die Leitung zwischen Bickigen und Mettlen in zwei Etappen. Mittels kurzfristiger Sanierungsmassnahmen wird der Betrieb für die nächsten 15 bis 20 Jahre sichergestellt. Im 1:1-Ersatz werden Isolatoren, Leiterseile und Armaturen an der bestehenden Leitung ersetzt. Das Landschaftsbild wird dabei nicht verändert. Diese Arbeiten finden aktuell statt und dauern bis voraussichtlich Ende Jahr. Langfristig wird der Ersatz der bestehenden Leitung durch eine neue 220-kV-Leitung geplant. Diese Planung und Ausführung erfolgt im Rahmen eines Sachplanverfahrens (Sachplan Übertragungsleitung) und beinhaltet auch die Prüfung einer räumlichen Verlegung der Leitung (siehe Anzeiger vom Rottal, 18. Juni 2025).