Wenn es kalt und nass wird, Schnee fällt, sind die Naturrasenplätze der Rottaler-Clubs gesperrt. Trainieren und Meisterschaftsspiele fallen dann buchstäblich ins Wasser. Eine Alternative, auf einem Kunstrasen zu trainieren oder Meisterschaftsspiele zu absolvieren, gibt es im Rottal nicht. Zwischen November und Februar ruht die Meisterschaft, die Fussballvereine sind in der Winterpause. Im Februar absolvieren die Teams wegen den klimatischen Bedingungen in der Schweiz jeweils ein Trainingslager in wärmeren Gefilden wie Portugal, Spanien oder Türkei, damit sie den nötigen Feinschliff für die Rückrunde holen können.
Der Ruswiler Guido Röösli ist Präsident der Sportplatzkommission beim IFV. Er sagt zur Situation um den Kunstrasen: «Rund 50 Prozent aller Vereine im IFV-Gebiet besitzen einen Kunstrasen. Alleine im Kanton Luzern existieren 27 Kunstrasenplätze. Der Vorteil ist, dass man ganzjährig trainieren kann und die Turnhallen in der Gemeinde wenig belastet mit Trainingseinheiten, weil ja noch andere Vereine die Halle beanspruchen.» Der Ruswiler berät und unterstützt im Auftrag des IFV die Fussballclubs, die sich Gedanken über einen neuen Kunstrasen machen. Es gäbe, wie Röösli sagt, immer mehr Vereine, die ein Kunstrasenprojekt in die Planung aufnehmen. Es werde heute richtig guter technischer Fussball gespielt auf dem Kunstrasen, der auch bei der jungen Generation immer beliebter sei. Allerdings betont er auch, dass Handlungsbedarf nötig sei in der Realisierung neuer Kunstrasenprojekte. In der Saison 2024 / 2025 wurden beispielsweise keine neuen Anlagen im IFV-Verbandsgebiet erstellt. Im Verhältnis zu den Neueintritten in den Vereinen gibt es zu wenig Fussball- und Infrastrukturprojekte, welche realisiert werden. Die Wartelisten in den Vereinen von jungen und zukünftigen Fussballerinnen und Fussballern wird länger.
Die Anschaffungskosten bei einem neuen Kunstrasen, je nach Baugrundbeschaffenheit, betragen mit 1.6 Millionen bis 1.9 Millionen Franken fast doppelt so viel wie bei einem Naturrasen, betont Röösli. Doch langfristig mache sich das bezahlt für einen Verein, denn die Unterhaltskosten seien geringer, da das Mähen und Düngen entfällt. Wie steht es um die Vereine im Rottal, ist der Kunstrasen ein Thema?