Allen Sympathisanten der Bergmusik Sigigen ist der Termin zum Jahresbeginn fix in der Agenda: Besuch Jahreskonzert im Pfarreiheim. Und weil gerade dieses Konzertlokal aktuell in der Umbauphase ist, bietet sich mit der Kirche nebenan eine interessante und herausfordernde Alternative. Auch wurde die Stückwahl angelangt. Da hatte die Bergmusik einmal mehr ein feines Gespür. Der wunderbare Konzertabend hat das breite Publikum begeistert. Auch dank der erhabenen Grösse des sakralen Raumes und des entsprechenden Klangvolumens.
Um Punkt 20 Uhr erfolgte der generalstabsmäßig organisierte Einmarsch der rund 50 Musikantinnen und Musikanten auf die Bühne im Chorraum der Pfarrkirche, in direkter Tuchfühlung mit dem Publikum. Natürlich im eleganten Uniformkittel. Nicht etwa nur wegen des noch schickeren Anblicks, sondern auch wegen der «Aussentemperatur» in der Kirche. Die charmante Moderatorin Mara Röthlin begrüßte das Publikum und führte kompetent, witzig und gekonnt durch das Konzert. Ihre wert- und humorvollen Hintergrundinformationen verliehen der gespielten Literatur einen besonderen Stellenwert. Im ersten Teil interpretierte die Bergmusik eher weltliche Literatur. „Der letzte Mohikaner“ von Trevor Jones ist eine farbenreiche, majestätische Filmmusik, die in der Stimmung größere Abenteuer und weitere Landschaften entführt. Die Konzertbesucher konnten sich bereits beim Eröffnungsstück über die Qualität und Stilsicherheit des gesamten Ensembles freuen. Dann geht die Reise weiter an das Gleis 9 ¾ Uhr morgens Bahnhof King's Cross zum Hogwarts Express. Mit der „Harry Potter Symphonic Suite“ von John Williams gab es magische Klänge voller Spannung und Zauber aus der Welt der Hexerei. Alle Register wurden gezogen – und alle Register haben auch hier brillant. Als nächstes Stück folgte „Von guten Mächten“ von Sigfried Fiez. Das bekannte Stück basiert auf einem Gedicht von Dietrich Bonhoeffer, geschrieben in seiner Gefangenschaft im Jahr 1944, kurz vor der Hinrichtung. Die Musik dazu vermittelt Hoffnung, innere Stärke und harmonische Geborgenheit und wurde von den Musizierenden auch entsprechend interpretiert.