Es war eine spezielle Gemeindeversammlung für den 66-jährigen Gemeindepräsidenten Beat Bucheli, der auf den 31. August 2026 seinen Rücktritt verkündete. «Das war heute meine letzte Gemeindeversammlung nach 22 Jahren Amtszeit. Schöne und weniger erfreuliche Traktanden durfte ich in dieser Zeit mit dem Gemeinderat behandeln und vor die Versammlung bringen. Die Zeit möchte ich aber nicht missen, das Positive überwiegt rückblickend», sagte Bucheli am Mittwochabend vor einer Woche in der Rümlighalle in Schachen vor den 60 anwesenden Personen. Eine offizielle Verabschiedung findet an der Gemeindeversammlung im Dezember statt. Anwesend war auch sein Nachfolger Lukas Hermann. Der 51-jährige Familienvater, in Schachen aufgewachsen, wurde im Januar in stiller Wahl gewählt.
Sämtlichen Geschäften wurde zugestimmt. Finanziell konnte die Gemeinde Werthenstein auf ein erfolgreiches Rechnungsjahr zurückblicken. Im Budget wurde mit einem Aufwandüberschuss von 382 000 Franken gerechnet. Die Jahresrechnung schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 899 000 Franken ab. Das verbesserte Ergebnis von 1.28 Millionen Franken, welches präsentiert wurde, war auf die höheren Steuererträge bei den natürlichen Personen, wie auch auf Mehrerträge bei den Sondersteuern und tieferen Nettokosten im Bereich der Versorgung und Entsorgung, zurückzuführen. Der Steuerfuss bleibt vorerst bei 2.15 Einheiten, die Verschuldung pro Einwohner überschreitet mit 3351 Franken die kantonale Kennzahl von 2500 Franken deutlich. Dies ist auf die Spezialfinanzierung der Wasserversorgung zurückzuführen. Man werde aber in Zukunft an geplanten Investitionen festhalten. «Wir investieren dort, wo es nötig ist. Machen wir es nicht, haben wir einen Stillstand in der Entwicklung der Gemeinde», sagt Gemeindeammann Erwin Stalder.
Die Überbauung Optimo auf der Postmatte in Schachen entpuppte sich in den letzten Jahren zum Sorgenkind. Ein Generalunternehmer plante dort Mehrfamilienhäuser mit 128 Wohnungen. Von einem Baufortschritt ist aber bis heute nichts zu sehen. Drei Häuser sind im Rohbau erstellt, weitere 12 Häuser sind noch geplant. Die ersten Wohnungen hätten bereits im Jahr 2018 bezugsbereit sein sollen. Der Generalunternehmer und die Bauherrschaft gerieten sich wegen finanziellen Angelegenheiten und Vertragsbrüchen in die Haare, wie von früheren Werthensteiner Gemeindeversammlungen bekannt ist. «Wir haben seit vielen Jahren einen Stillstand in diesem Bauprozess. Es ist mühsam für den Gemeinderat, dass wir da nicht vorwärtskommen. Vom Generalunternehmer werden wir immer wieder vertröstet, dass es nun weitergeht», ärgert sich Bucheli vor der Versammlung. Die Gemeinde hat nun eine neue Anwaltskanzlei eingeschaltet mit der Hoffnung, dass sich in diesem Fall eine Lösung abzeichnet. Ein weiteres Problem stellt sich bei den Wohnungen im ehemaligen Gasthaus Rössli in Schachen. Dort wurde festgestellt, dass es an der gleichen Adresse übermässig viele Anmeldungen gibt. «Da wurden wir natürlich hellhörig auf der Gemeinde, dass da etwas nicht stimmen kann», sagt Bucheli. Die Gemeinde stehe mit den involvierten Stellen im Austausch, versichert Gemeinderat Sascha Eigenmann. Der Sozialvorsteher betont: «Wir können das nicht tolerieren und sind in dieser Angelegenheit auch mit der Eigentümerschaft in Kontakt.»