Im Schatten der grossen Trauerweide vor dem Haus sitzt Bauer Beat Wolf und trinkt Traubensaft statt Wein. Geplant waren 1000 Flaschen Weisswein. Entstanden sind ganze acht Liter Traubensaft. Dieser schmeckt zwar lecker süss, doch die Geschichte dahinter ist bitter. Der Hitzesommer hat seinen jungen Reben zugesetzt. Ein Teil davon vertrocknete. Andere produzierten Trauben, doch waren diese «klein wie eine Heubeere und viel zu süss.» Um die Reben zu retten, zwickte Wolf die «Trübeli» vorzeitig ab: «Es ging ums nackte Überleben der Pflanzen.» Sie hätten sonst die wenige vorhandene Flüssigkeit in die Trauben gesteckt und wäre selber verdurstet. Die Premiere für der Traubenlese verschiebt sich damit um ein Jahr. Nur Trübsal blasen mag Wolf deswegen nicht. «Das ist die Natur.»
Beat Wolf oder «Wotz», wie er in seinem Umfeld genannt wird, ist kein Mann der Traurigkeit. Er lacht lieber als er jammert. Hat Schalk im Nacken. Und vor allem: er ist ein Macher. Im Kopf des 56-Jährigen sind viele Ideen. Einige schon umgesetzt, andere dann später mal. Bei der Führung über den Hof zeigt er einige. Soeben ist ein neuer Weiher entstanden – Wasserspeicher, Biodiversitätsoase und Badeanstalt zugleich. Hinter dem Schopf pflügen vier Weideschweine die Wiese auf.